Pop Art - Zyklus Polarität 1984 

Modern Mother
Modern Mother

Hinter jedem Bild steckt eine ganz bestimmte Aussage. Welche?  

Wie Sie sehen, hat das Bild zwei Ebenen, im Grunde sind es zwei Bilder. Oben spielen zwei Kinder in Disney-Kostümen auf einer Dachterasse. Die Mondsichel zeigt, dass es Nacht ist. Eines der Kinder will über die Brüstung klettern. Sie sind unbeaufsichtigt.

Unten fliegt eine Frau, die Mutter der Kinder, mit ungeöffnetem Fallschirm und ohne Helm vom Himmel. Gnädig verneigen sich vor ihrem Mut die Spitzen des Eisenzauns.

Was wird im nächsten Moment mit den Kindern passieren und was mit ihrer Mutter? Wir wissen es nicht!

Das Bild ist 1984 entstanden, also vor 30 Jahren und damit vor einer Generation. Es  ist heute so aktuell wie damals, wenn wir uns die soziale Situation der Frauen mit Kindern vor Augen führen. Die Diskussionen über Alleinerziehende, das "Gendergap" und die Quote geht weiter. Ebenso wie die Rolle der Männer und ihr Verhalten. Gut so! 

Rolle von Mann und Frau
Impotency

Darf Kunst übertreiben? Darf sie provozieren? Sie muss es sogar, wenn das Thena deutlich werden soll.

Dieses Bild gehört ebenfalls zu der Serie von 1984. Wir erkenne im oberen Teil ein komplett in seine Einzelteile zerlegtes Jagdgewehr.und im unteren Teil einen menschlichen Torso. Es ist nicht ganz eindeutig, aber tendenziell handelt es sich eher um eine Frau als um einen Mann.

Es kann nicht geleugnet werden, das Bild hat symbolisch mit Sex zu tun. Nun ist Sex heute allgegenwärtig, doch dahinter steckt mehr. Es geht um die nachlassende Manneskraft, um die verlorene Macht und wie der Titel verrät, um Impotenz. Vielleicht könnte man auch auf Themen wie Hetero- und Homosexualität kommen. Auf die Polarität der Geschlechter. Bilder schaffen Assoziationen und es liegt in der Natur der Sache, dass wir nur sehen, was wir wissen.

 

Kind und Katze
Kid and Cat

Viel Sonne u. kein Schatten? Wir sind in Afrika und der fehlende Schatten ist thematisch da!  

Klar, jeder Mensch, der dieses Bild sieht, ist sofort berührt. Es muss nicht erklärt werden. Jedes Wort wäre zu viel. Auch dieses Motiv ist schon 1984 entstanden und seit dieser langen Zeit hat sich auf der Welt, was den Hunger und die Armut in Afrika angeht, nichts zum Besseren gewendet. Im Gegenteil, die Zustände dort haben sich eher dramatisch verschlimmert. Während  bei uns im reichen Europa die Zahl der Hauskatzen ebenso wie die der Regalmeter mit Katzenfutter erheblich zugenommen haben..

Fast Food Slow Food
Fast Food - Slow Food

Was das eine mit dem anderen zu tun hat? Nichts direkt, aber irgendwie schon. Katzen waren in der Antike Götter und bei uns sind sie angeblich wenigstens noch Gourmets. Sie werden satt, weil sie einen "Dosenöffner" haben. Den die Kinder Afrikas nicht brauchen, weil ihre Dosen schon offen und außerdem leer sind. Das Ganze nennt sich Verteilungsgerechtigkeit!  

Das Bild rechts hat ebenfalls mit Nahrung zutun, doch hier wird auf subtile Weise der Gegensatz von Massentierhaltung und hochwertigem Essen thematisiert. Es prallen Welten aufeinander, auch von der Menge und Qualität her. Die Bildidee ist in anderer Umsetzung auch als Poster zu sehen. 

Woody Allen
Woody Allen

Die Story hinter dem Bild holt einen manchmal ungewollt ein! Der berühmte Filmemacher Woody Allen ist durch die aktuellen Anschuldigungen seiner Adoptivtochter Dylan wegen angeblichen sexuellen Missbrauchs erneut in die Schlagzeilen geraten. Als dieses Bild 1984 entstand, gab es die etwas verworrenen Familienverhältnisse noch nicht. Der Regisseur und die Schauspielerin Mia Farrow trennten sich bekanntlich wegen der Beziehung zur älteren Adoptivtochter des Paars, die er später heiratete. 

Mich hat damals im Wesentlichen sein Film "Der Stadtneurotiker" zu diesem Bild mit psychologischem Inhalt inspiriert. Es zeigt im oberen Teil Woody Allen im Porträt vor einem Spiegel, wenn man so will, seine möglichen zwei Seiten.

Im unteren Teil, der sehr symbolhaften Traumwelt, die unter Wasser spielt, was durch die zwei Haie angedeutet wird, kniet er Klarinette spielend (was er montags mit seiner Band seit ewigen Zeiten regelmäßig tut!) vor einer unbekleideten Frau. Der abgebildete Musiker ist blond und viel größer gewachsen als der schmächtige, rothaarige Allen und stellt bewusst die Idealfigur eines Mannes dar. 

Casablanca
The perfect Illusion

Die perfekte Illusion!

Das war der lange Abschied aus dem Film-

klassiker "Casablanca" von 1942 wirklich, bei dem sich Ingrid Bergman und Humphrey Bogart gegenüber standen. Was viele nicht wissen: Die Schauspielerin war einen halben Kopf größer als ihr Partner. Im amerikanischen Original sagte er: Here's looking at you, kid!" Auf Deutsch: "Ich seh' dir in die Augen, Kleines!" Ironie pur, wenn man die Fakten kennt. 

Als ich dann in den achtziger Jahren ein Foto vom Dreh zu sehen bekam, das offenbar heimlich aufgenommen worden war und Bogart auf diesen überdimensionalen, provisorischen Plateau-Sohlen zeigte, hat es mich damals einfach gereizt, diesen Leinwandtrick aufzugreifen.  

Aunt Dorothy
Aunt Dorothy
Back to Nature fast
Back to Nature fast