Warum ausgerechnet Tennis?

Tennis

Schreiben kann man bis ins hohe Alter, malen auch - ja, und Tennisspielen ebenfalls. Es ist ein ausgereifter, nachhaltiger Sport, dazu technisch und taktisch sehr anspruchsvoll. Man braucht schon ein paar Jahre, ehe er richtig Spaß macht. Außerdem hat man normalerweise keinen Körperkontakt zum Gegner, was ich wegen der vergleichsweise geringen Verletzungsgefahr als angenehm empfinde. Von den meisten Fußballspielern wird jedenfalls nicht berichtet, dass sie nach ihrer Karriere noch zu einem intensiven Laufsport bereit sind.

Ein weiterer Aspekt, weshalb ich Tennis auch aus philosophischer Motivation empfehlen kann, ist die Askese. Der Begriff kommt aus dem Griechischen und bedeutet Übung. Ohne die einzelnen Schlagarten immer wieder zu üben und ohne diszipliniert auf gesunde Ernährung zu achten, wird man sich in diesem Zusammenhang kaum realistische Ziele stecken können. Gerade das macht aber Spaß und ist sogar organisiert möglich, denn seit mehreren Jahren gibt es im Tennis das Leistungsklassen-System des Deutschen Tennisbundes. Inzwischen entsprechen zumindest innerhalb der Altersklassen die Spielstärke und die erreichte LK weitgehend der Wirklichkeit. Wo findet man als Individualsportler sonst noch die Möglichkeit, sich offiziell mit etwa gleich starken Gegnern zu messen?

Ich selbst bin zahlendes Mitglied in drei Tennisclubs, was natürlich nach landläufiger Sicht zwei zu viel sind. Aber es gibt auch Vorteile: Ich kann bei schönem Wetter ganz spontan eine Trainingsstunde einlegen und werde praktisch immer einen freien Platz finden. Außerdem gibt es genügend Spielpartner im Seniorenbereich, mit ganz unterschiedlicher Spielstärke. Hinzu kommen feste Termine an einem Tag in der Woche, für die man sich nicht extra anmelden muss.

Neben den Medenspielen mit der Mannschaft des einen Vereins, nehme ich auch an Turnieren teil, die ohne viel Reiseaufwand und Übernachtungen zu bewältigen sind. Mir ist bewusst, dass man dort auf Gegner trifft, die schon immer gute Spieler waren und nicht leicht zu bezwingen sind. Aber gerade dieser Wettbewerb ist reizvoll und wer nicht verlieren kann, kann auch nicht gewinnen. 

 

Tie-Break
Tie-Break

Dieses Bild mit dem Titel "Tie-Break" gehört zu meiner Pop-Art-Serie "Zyklus Polarität 1984". Es ist um die Zeit entstanden, als ich mich für Tennis verstärkt zu interessieren begann. Damals war es wegen des Tennisbooms um Steffi Graf und Boris Becker gar nicht so einfach, in einem Club als Mitglied aufgenommen zu werden. Doch diese Zeiten sind längst vorbei und Aufnahmegebühren sowie Bürgen in den meisten Vereinen nicht mehr üblich.